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Key Croc und Screen Crab: was zwischen dir und deinem Schreibtisch sitzt

Die meisten Sicherheitswerkzeuge schauen auf Software. Key Croc und Screen Crab sitzen dagegen in den Kabeln, wo der Endpoint-Schutz wenig zu sagen hat. Ein guter Grund, ab und zu unter den Schreibtisch zu schauen.

Key Croc: ein Keylogger mit Plan

Der Key Croc sitzt zwischen USB-Tastatur und Computer. Anschläge werden durchgereicht und auf dem Gerät protokolliert. Zwei Dinge unterscheiden ihn von einem einfachen Keylogger. Er kopiert die Hardware-Kennungen der angeschlossenen Tastatur, der Computer sieht also weiterhin dieselbe Tastatur wie zuvor. Und er kann ein Payload starten, wenn eine definierte Zeichenfolge getippt wird. Damit wird aus dem passiven Rekorder etwas, das reagiert.

Er unterstützt WLAN und SSH und kann sich mit Hak5 Cloud C² verbinden, gesammelte Daten brauchen also keinen zweiten Besuch. Die Reichweite hat Grenzen. Laptops, auf denen über die eingebaute Tastatur getippt wird, bleiben aussen vor, und die Dokumentation von Hak5 warnt vor möglichen Problemen mit manchen Gaming-, Kombi- und Apple-Tastaturen.

Screen Crab: eine Kamera, die keine ist

Der Screen Crab macht für HDMI, was der Key Croc für die Tastatur macht. Er sitzt zwischen Computer und Bildschirm, wird über USB versorgt und erstellt in einem einstellbaren Intervall Screenshots oder nimmt Video auf eine microSD-Karte auf. Über WLAN kann er Aufnahmen auch via Cloud C² senden. Die Aufnahme läuft passiv über einen eingebauten Splitter, das Bild am Monitor wird nicht unterbrochen, und die LED lässt sich abschalten.

Wo das Risiko wirklich liegt

Kaum jemand bricht ein, um so etwas an irgendeinen Schreibtisch zu hängen. Realistisch sind Orte mit wenig Aufsicht und heiklen Inhalten: Sitzungszimmer der Geschäftsleitung, Empfangstheken, geteilte Arbeitsplätze und Kioske. Ein Bildschirm im Sitzungszimmer zeigt oft genau das, was ein Besucher gerne lesen würde.

Was wirklich hilft

  • Hinschauen. Kabelkontrollen gehören in die Routine für heikle Räume und Arbeitsplätze. Alles zwischen Tastatur und Computer oder zwischen Computer und Bildschirm braucht einen Grund, ebenso ein HDMI-Gerät, das USB-Strom zieht.
  • Nicht nur auf Geräteinventare verlassen. Ein Gerät, das die Originaltastatur nachahmt, fällt in einer Liste nicht auf. Gefunden wird es bei der physischen Kontrolle.
  • Mitgeschriebene Passwörter wertlos machen. Passkeys und Hardware-Sicherheitsschlüssel beruhen nicht auf einem Geheimnis, das getippt wird. Ein Keylogger hat also nichts Dauerhaftes aufzuzeichnen.
  • Das WLAN überblicken. Geräte, die Daten senden, brauchen einen Weg dafür. Unbekannte Clients und Netze in der Nähe heikler Räume sind einen Blick wert.
  • Den Zugang regeln. Abschliessbare Schränke für Sitzungszimmer-Computer, unerreichbare Anschlüsse und begleitete Besucher erschweren das unbemerkte Anbringen erheblich.

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